Vitamin D – Hype oder was ist dran?

In der heutigen Zeit sitzen wir im Flugzeug, in Zügen, am Schreibtisch, vor unseren Rechnern und dazu abends vor dem Fernseher.

Sobald wir aus der Haustür rausgehen, haben wir Outdoor Klamotten an und dazu noch eine Sonnenschutzcreme. Die Sonne haben wir aus unserem Leben gestrichen.

Auf Grund des Sonnenschutzes haben wir keine Möglichkeit mehr Vitamin D zu produzieren.

Im Winterhalbjahr steht die Sonne bei uns zu flach. In dieser Zeit reicht die Intensität einfach nicht aus, das lebensnotwendige Vitamin D zu produzieren. Zwischen Mitte Oktober und April ist im 40. Breitengrad kein Vitamin D durch die Sonne in Mitteleuropa zu holen. Daraus resultiert, dass ca 2/3 der Mitteleuropäer an Vitamin D Mangel leiden. Die Wichtigkeit von Vitamin D wird leider nicht ausreichend kommuniziert. 

Vitamin D ist ein sehr wichtiges Hormon, das tausende Genen in fast allen Zellen und Geweben aktiviert. Gehen wir nicht an die Sonne, werden diese Gene nicht aktiviert und wir werden krank.

Eine Pflanze braucht Sonne, dasselbe gilt für uns. Jetzt könnte man sagen „es gibt Menschen, die ohne Sonne leben und das geht auch“. Diese Menschen zB die Inuit, haben eine andere Form gefunden an Vitamin D zu kommen – durch fetten Fisch, wie Lachs oder Makrele.

Erschaffen wir uns im Sommer nicht genügend Vorrat, haben wir im Winter zu wenig. 

Welche Auswirkungen hat ein Vitamin D – Mangel?

Wie bereits erwähnt ist Vitamin D an der Aktivierung einiger Gene verantwortlich, darunter findet man auch Fett- bzw. Muskelzellen. Bei ihnen sorgt Vitamin D dafür, dass die Zellen für das Insulinsignal sensibilisiert werden, damit in die Zellen aufgenommen werden kann.

Fehlt Vitamin D werden die Zellen Insulinresistent. Die Auswirkungen einer Insulinresistenz sind sehr gravierend und führen zu entzündetem Gewebe, Bluthochdruck uvm. (Dazu wird es noch eine Artikel geben).

Vitamin D wirkt in diesem Fall auch entzündungshemmend. Des weiteren ist Vitamin D auch bei der Genaktivierung für die Insulinproduktion in den Beta-Zellen der  Bauchspeicheldrüse (Pankreas) mitverantwortlich. Bei einem Vitamin D Mangel folgt daraus, dass die mit Genuss gegessenen Kohlenhydraten nicht folgenfrei verstoffwechselt werden können.

Studien zufolge hat man ein höheres Risiko an Typ-2 Diabetes,  Autoimmun-  und Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder an verschiedener Krebsarten zu erkranken.

Jetzt aber zu den entscheidenden Fragen – 

wie viel Vitamin D benötigen wir und wie erreichen wir das?

Hinweis: Der ermittelte Wert bei einem Bluttest wird entweder in ng/ml (nanogramm/milliliter) oder in mmol/l (millimol/liter) angegeben. Um mmol/l zu bekommen muss der Wert bei ng/ml mit 2.5 multipliziert werden.

Die Empfehlung eines normalen Spiegels liegt bei 20ng/ml (nanogramm/millliter) bzw. 

50 mmol/l. 

Einige Vitamin D Experten empfehlen inzwischen jedoch Werte von 30ng/ml.

Um dies zu erreichen, sollte man in den Sommermonaten bei hohem Sonnenstand, einige Male pro Woche, je nach Hauttyp, 10-20 min mit viel unbedeckter Hautfläche, ohne Sonnenschutz, an die Sonne gehen.

Aber Vorsicht! Viel hilft nicht viel! Es muss unbedingt ein Sonnenbrand auf Grund des Risikos von Hautkrebs vermieden werden.

In den Wintermonaten sollte regelmäßig fetter Fisch oder ein Vitamin D Präparat eingenommen werden. Das gilt vor allem für diejenigen, die im Sommer kaum Sonne gesehen haben.